Weltnudeltag

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Ich könnte mich ausschliesslich von Pasta ernähren… Ich besitze eine Nudelmaschine. Und die kommt sogar so ca. einmal im Jahr zum Einsatz. Was natürlich nur daran liegt, dass es inzwischen sogar beim Discounter “frische” Nudelwaren im Kühlregal gibt.

Den Weltnudeltag gibt es seit 1995 – initiiert von über 40 Teigwarenherstellern weltweit beim World Pasta Congress – und die Historie der Pasta hat durchaus ein paar spannende Fakts und Rekorde zu bieten:

  • Im Schnitt verputzt der Deutsche 7-8kg Pasta im Jahr (das sind allerdings nur 16 Packungen Spaghetti…) und das mit zunehmender Begeisterung. Allerdings reichen wir noch lange nicht an die Italiener heran: Dort sind es amtliche 30kg!
  • Die längste Nudel stammt aus dem Jahr 2004, maß 3.333 Meter. Die längste gekochte Nudel maß allerdings “nur” 188,8 Meter und wurde 1994 in der Schweiz zubereitet.
  • 4 (ungekochte) Makkaroni reichen aus, um eine Telefonzelle zu stützen (zum Glück sterben die Telefonzellen – 350kg schwer – ja eher aus…). Bewiesen übrigens bei “Wetten, dass…” 1987.
  • pasta-trocknen

  • Die Erfinder der Nudel waren mitnichten die Italiener, Chinesen kennen die Nudel schon “ewig” (das älteste Nudelrezept soll angeblich 4.000 Jahre alt sein – bei Ausgrabungen wurde auch ein 4.000 Jahre alter Topf mit Nudeln gefunden – jammie!). Und die Griechen sollen die Nudel letztendlich 400 Jahre v.Christus unter dem Namen “laganon” nach Italien gebracht haben, wo die Süditaliener noch heute die Tagliatelle “Laganelle” nennen. Oder war es doch Marco Polo im 13. Jahrhundert? Sicher ist anders bei der Internet-Recherche, wo dann selbst die Engländer, Inder und Araber in der Pastahistorie mitmischen… Letztere sollen die Methode der Trocknung auf Leinen nach Italien gebracht haben. Bis dato wurde Pasta sofort nach Herstellung verwertet. Allerdings sind die Italiener wohl die kreativsten, was Farben, Formen (über 200) und Soßen anbelangt.
  • Der Weizen “Triticum durum” – Hartweizengrieß – macht inzwischen 10% der weltweiten Weizenproduktion aus – und damit die Nudel zum Grundnahrungsmittel.
  • Wenn es einem um die “Figur geht”, dann sollte man Pasta nicht abends sondern mittags vertilgen – sie besteht zu 70% aus Kohlenhydraten, die viel Energie liefern, aber auch schnell verbrannt werden wollen.
  • Das Wort “Nudel” wurde von den Gebrüdern Grimm (!) in ihrer Wörtersammlung als mit dem Wort “Knödel” verwandt vermerkt – im schlesischen gibt es die Zwischenform “Knudel” und tauchte zuerst im 16. Jahrhundert im deutsche Wortschatz auf.
  • spaghetti-monster

  • Nicht nur so manchem Italiener ist seine Pasta heilig – sie hat sogar eine “anerkannte” Religionsgemeinschaft hinter sich: Die Pastafaris, welche an ein fliegendes Spaghettimonster glauben, das die Welt erschaffen hat und die ihren Ursprung in den früheren Piraten sehen. Klingt völlig selber ausgedacht und bescheuert? Lest es nach! Vielleicht setzt ihr euch für das nächste Passfoto dann auch mit einem Nudelsieb als Kopfbedeckung in den Fotoautomaten.

Und auch um die richtige Pasta-Zubereitung ranken sich allerlei Mythen (oder doch Geheimtipps?):

  • Apple oder PC – IOS oder Android – Eiernudeln oder reine Hartweizenpasta? Da die reine Hartweizenpasta länger zum Trocknen benötigt und dazu in der industriellen Massenfertigung eher keine Zeit ist, fällt meine persönliche Wahl meist auf die eierlose Variante. Vielleicht nicht so schön goldgelb, aber auch wenn ich keine Vegetarierin bin – wenn ich kein Ei drin haben muss, dann will ich auch kein Ei drin haben.
  • Dann lese ich auf bei Geolino (der Geo-Jugend-Internetseite sozusagen): Man müsse Nudeln beim Kochen “rühren, rühren, rühren! Sonst verkleben die einzelnen Nudeln.” Wir kochen Pasta! Kein Risotto?!
  • Auf der gleichen Seite wird darauf hingewiesen, dass Öl nicht ins Nudelwasser gehört, da sich sonst Soße und Pasta nicht verbinden. Richtig, selber früher “falsch” gemacht und kam mir dabei vor, wie Chefkoch persönlich. Pasta braucht kein Öl, um nicht zusammenzukleben, sondern einfach reichlich (!) “leicht sprudelndes” Wasser… “Nudeln müssen schwimmen können!” Und ganz klassisch (italienisch) wird direkt nach dem Kochvorgang die Pasta mit (ein wenig) der Soße vermischt. Dann klebt auch nix. Auch wenn uns Mirácoli das seit der ersten eigenen Wohnung weismachen möchte… 
  • In die gleiche Kerbe schlägt der Humbug mit dem “Abschrecken”. Das Abkühlen der Pasta um den Garvorgang gänzlich zu stoppen macht wirklich nur bei Aufläufen oder Nudelsalaten Sinn. Aber auch hier hilft stattdessen die Nudeln ein wenig bissfester zu lassen (Auflauf), zügiges Weiterverarbeiten (sonst “klebt’s ja eh”) oder die Soßenzugabe.
  • trattoria

Und zum Abschluss noch ein Restaurant-“Geheim”tipp von mir aus Sankt Pauli: Nein, nicht Cuneo – das wohl älteste italienische Restaurant in Familienbesitz in Hamburg (seit 1905) in der Davidstrasse. Berühmt zu recht, sollte man auch mal gewesen sein und die Enge (inkl. des Zusammensitzens mit Fremden) sowie das leckere Essen miterlebt haben. Aber wenn ich mir einen so richtig italienischen (bezahlbaren) Abend gönnen möchte, geht es eine Ecke weiter (unter der Woche! <- aufgrund des Hamburger Bergs direkt nebenan) ins klitzekleine Trattoria Italia in der Seilerstraße. Hier stimmt – neben der Bewirtung und dem vorzüglichen Essen – sogar die rotweiß-karierte Plastik-Tischdecke.

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Ein Kommentar auf “Weltnudeltag
  1. Profilbild von J. U. J. U. sagt:

    Mist – beim Lesen des Artikels habe ich Hunger gekriegt …




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