Tag des Freiwilligenmanagements

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Heute ist der “Tag des Freiwilligenmanagements”. Der Volunteermanagersday oder IVM-Day ist denjenigen gewidmet, die weltweit den Einsatz von Freiwilligen in “gemeinnützigen” Projekten organisieren.

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Ich habe selber vor einem Jahr an einem solchen Projekt teilgenommen und seltsamerweise war die mit am häufigsten gestellte Frage dazu: “Du bezahlst dann noch, um in Deinem Urlaub zu arbeiten?!”. Und dabei habe ich nicht bei einer Volunteer-Organisation gebucht, welche zu mehreren Projekten vermittelt und natürlich ihren Anteil (u.a.) für ihre Abwicklungsarbeit erhält – sondern direkt beim damals gerade gestarteten Modisa Wildlife Project.

"Fütterung" © Britt Eggers

“Fütterung” © Britt Eggers

Sicher gibt es auch unentgeltliche Volontärs-Projekte oder schwarze Schafe in der Branche, die abkassieren oder “Streichelzoos in Afrika” schaffen, aber auch wenn wir dort “gearbeitet” haben, unterstützt die Zahlung an ein solches Projekt – neben Deckung von Kost und Logis – auch den eigentlichen Zweck dahinter. In meinem Fall den weiteren Auf- bzw. Ausbau des Projektes und den Unterricht den wir dort erhalten haben. Dieser war zum einen Teil praktisch – in 3 Wochen Kalahari, mit der nächsten Teerstraße Stunden entfernt, lernt man 24/7 unzählige Dinge über die Natur, das Überleben im Busch und letztendlich über sich selber – zum anderen hatten wir auch wirklich theoretischen Unterricht. Meist in den heißen Mittagsstunden, wenn Gräben-graben oder Zäune-ziehen eh zu schweißtreibend war.

“Sirga & Valentin” ©‎ Britt Eggers

“Sirga & Valentin” ©‎ Britt Eggers

Und gerade da gab es oft sogenannte “Aha-Momente”… Wie sehr wir in Europa in unseren gutgemeinten Meinungen von den Medien beeinflusst sind zum Beispiel. Wenn ich erzähle, dass das Verbot der Löwenjagd in Botswana für einen Rückgang der Löwenpopulation sorgte, wird wohl jeder zunächst einmal die Stirn runzeln. Ist aber so… leider. Und was für einen Einfluss Vorgaben der EU auf das Leben in Botswana haben: Beispiel wären hier völlig unsinnige Veterinärzäune quer durch das Land, welche die Ausbreitung von Maul- und Klauenseuche verhindern sollen. Dies aber nicht tun, dafür aber die natürliche Migration der Wildtiere stoppen und so zum Beispiel mit für eine Überpopulation an Elefanten im Okavango Delta sorgen, die das Delta inzwischen ernsthaft bedroht. Aber was tun gegen zuviele Elefanten, die außer dem Menschen keinen wirklichen natürlichen Feind haben? (Man stelle sich nun einmal die europäischen Medien und die Reaktion von Tierschutzorganisationen vor, würde man den Bestand nun radikal “managen” und Hunderte von Elefanten erschiessen. Vor einem ähnlichen Problem steht übrigens auch der berühmte Krüger-Nationalpark in Südafrika.)

Mikkel Bille Legarth (CEO & Founder des Modisa Wildlife Projects) hat dies auf dem diesjährigen TEDxTalk in Kopenhagen wundervoll zusammengefasst:

"Zwiegespräch" © Britt Eggers

“Zwiegespräch” © Britt Eggers

Meine Entscheidung für dieses “Volunteering” war eine der besten, die ich in meinem Leben getroffen habe. Und ich würde jeden Luxus-Urlaub sofort gegen ein paar Wochen dieser “freiwilligen Arbeit” eintauschen.

Menschen wie Mikkel und Val (Valentin Grüner) kann man gar nicht genug für das danken, was sie mit viel festem Willen und reichlich Herz-(und Esels-)Blut geschaffen und womit sie die Leben von etlichen Volontären (und Löwen) bereichert haben.

Und wenn ich dann Presse-Artikel über Modisa lese, wie gestern auf “Mail Online“, dann gönne ich ihnen ihren Erfolg von ganzem Herzen.

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Ein Kommentar auf “Tag des Freiwilligenmanagements
  1. Profilbild von Britt Eggers Britt Eggers sagt:

    Zufälligerweise gehen die Bilder von Val, Mikkel und Sirga aktuell grad viral um die Welt – und sind nun auch (wenn sich im Text auch munter Fehler eingeschlichen haben) in der deutschen Presse angekommen:

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/loewenbaendiger-in-botswana-kuscheln-mit-der-riesenkatze-a-932109.html




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