“Sozialneid” und die “TINA”-Phrase

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Was haben diese beiden Begriffe miteinander gemeinsam?

Es sind sogenannte Totschlagargumente, mit denen eine Diskussion oder ein Nachdenken erst gar nicht zugelassen werden soll.

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„Sozialneid“ wird dabei oftmals von eher konservativen oder sagen wir es deutlicher,  Kapitalismus-affinen Kreisen verwendet, um nicht inhaltlich auf Argumente eingehen zu müssen, sondern Neid als Motiv in den Vordergrund zu stellen. Mit dem Verweis auf diese negative Charaktereigenschaft soll insgesamt das Vorbringen diskreditiert werden.

Wenn z.B. das Dienstwagenprivileg in Deutschland wegen der hohen Benzinverbräuche und der dadurch bedingten Emissionen kritisiert wird, dann kommt neben dem Arbeitsplatzargument immer auch die „Sozialneid“-Keule. Wichtig ist bei dieser Vorgehensweise, dass Rationalität erst gar nicht zugelassen werden soll.

Denn wie soll z.B. der Dienstwagenprivileg-Verteidiger dagegen argumentieren, dass in Großbritannien nach Wegfall der Pauschal-Abgeltung nach Neuwagenwert und der dann eingeführten Besteuerung nach den CO2-Werten die Schadstoffemissionen deutlich abgenommen haben. Der Ausstoß aller durch Dienstwagen erzeugten Emissionen sank durch diese Mitinhaftungnahme der Nutzer um etwa 40%.

„Sozialneid“ ist also ein Totschlagargument (was für ein martialischer Begriff).

Und die Verwendung der „TINA“-Phrase fällt auch darunter, denn sie beabsichtigt das Gleiche – keine Diskussion aufkommen lassen. Für alle, die TINA noch nicht kennen: Das kommt mal wieder aus dem anglo/amerikanischen Raum und steht für: There Is No Alternative“.

Klingt irgendwie schöner als Merkels „alternativlos“ – oder?

Dies ist ein Gastbeitrag. Die Beiträge unserer Gäste sind uns heilig und werden niemals zensiert. Die Meinungen und Äußerungen müssen nicht immer mit denen der MMP|Group GmbH übereinstimmen.

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