“Radarfalle” – ein dämlicher Begriff

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Letzte Woche gab es eine bundesweite „Blitzer“-Aktion, bei der sinnigerweise die Straßen mit den sogenannten Radarfallen von der Polizei vorher bekannt gemacht wurden.

Dieses Bekanntmachen wurde natürlich von den Rasern gerne angenommen, ähnlich wie sich ein Steuerbetrüger darüber freuen würden, wenn der Finanzminister z.B. die Tage veröffentlichen würde, an denen ausnahmslos jeder Deutsche kontrolliert wird, der aus der Schweiz einreist.

Aber warum wird immer wieder von einer „Radarfalle“ gesprochen?

raserbild

Im Sprachgebrauch verwendet man doch ansonsten den Begriff „Falle“ für die Jagd auf ein argloses Opfer. Doch ist ein Raser, der bewußt mit 70 Km/h durch eine 30er-Zone brettert oder mit 110 km/h innerstädtisch unterwegs ist, arglos?

Wohl kaum. Und ein Opfer ist ein solcher Autofahrer schon garnicht.

„Radarfalle“ ist ein Relikt aus den 70er-Jahren, als ein ADAC noch den mit dem Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“ auf Mitgliederfang gehen konnte. Doch seit dieser Zeit ist das Verständnis für Menschen, die z.B mit 2 Tonnen schweren Geländewagen durch die Innenstadt brettern, immer mehr zurückgegangen.

Der Begriff „Radarfalle“ ist gestrig, wie auch die dämliche Warnerei in den Privatradios davor.

Übrigens: Am Blitzertag fuhren in Hamburg nur 0,95% der kontrollierten PKWs zu schnell – bei nicht angekündigten Geschwindigkeitskontrollen sind es nach Polizeiangaben etwa 8%.

An einem Tag im Jahr war man auf Hamburgs Straßen daher etwas sicherer…

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3 Kommentare auf ““Radarfalle” – ein dämlicher Begriff
  1. Burkinator sagt:

    Auch ich finde den Namen sehr unpassend. In unserer immmer anonymer werden Welt ist es doch großartig, wenn Menschen – wie auch immer – zu einander finden. Vereinsamte Singles gibt es wahrlich genug. Und stellen wir uns vor, eine einsame, attraktive, unerfüllte Frau donnert mit ihrem Cabrio durch die 30iger-Zone und wird geblitzt.
    Vorteil eins, endlich hat sie ein neues schmeichelhaftes Bild von sich. Vorteil 2 ein attraktiver Polizist, gut gebaut, sexy Typ, winkt diese Braut an die Seite. Und dann entsteht dieser magic moment, wenn heiße Blicke sich treffen und das Herz zu rasen beginnt. Sie steht auf Uniform und haucht, ” bin ich jetzt verhaftet” ? und er steht auf, na lassen wir das. Was ich sagen will, die viel bessere Bezeichnung für eine solche Aktion wäre sicherlich der RADAR-LOVE-DAY. Wenn man das propagierte, wäre die Ausbeute an Geblitzten vermutlich deutlich höher mit dem Vorteil 3, mehr Einnahmen für die Staatskasse und Vorteil 4 mehr glückliche Paare in der Hansestadt zu haben. Eine typische WinWinSituation. Diese Idee ist wahrlich reif für ein Volksbegehren!




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