Die Spielhölle und die Banker

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Mal angenommen,  Sie gehen im Bahnhofsviertel in eine etwas heruntergekommene Spiel- und Wettbude (falls  Sie sich trauen).

Und dann stellen Sie fest, dass die Spielgeräte manipuliert sind und Ihnen der Betreiber Wetten anbietet, bei denen er vorher weiß, wie das Ergebnis aussehen wird. Oder er hat Ihnen ein Paket an Wetten angeboten, bei dem er bewusst gezinkte Wetten versteckt hat. Oder Sie hören, dass der Betreiber auch Dienste im Bereich Geldwäsche und Steuerbetrug offeriert. Last but not least: Wenn´s nicht so gut läuft, werden Ihnen auch Kredite angeboten, allerdings mit 1.000% Zinsen per anno.

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Sie wären doch der Ansicht, dass eine solche Wetthölle sofort dicht gemacht werden müsste und der Betreiber wegen diverser Delikte dingfest gemacht würden.

Da diese Bude zudem noch nationale und internationale Dependancen hat, die genauso handeln, müsste von Amts wegen sogar über Delikte wie bandenmäßigen Betrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung nachgedacht werden. Bei den Organisationen, die hinter solchen „Geschäftsmodellen“ stehen, würden wir wohl zumeist Begriffe wie Mafia, ’Ndrangheta oder Triaden assoziieren.

Doch weit gefehlt: Hinter diesem Geschäftsgebaren stehen wohlklingende international bekannte Unternehmen, deren Firmenamen meistens den Begriff „Bank“ enthalten!

Zwei Hand voll global agierender Privatbanken haben die schlimmste Wirtschaftskrise der letzten 80 Jahren ausgelöst. Sie haben „toxische Papiere“ (was für ein Begriff) aufgelegt und an Gutgläubige verhökert. Sie haben die Libor- und Forex-Indizes und den Goldpreis manipuliert und konnten damit jede Wette auf diese Werte gewinnen. Sie haben bei Geldwäsche mitgespielt und aktiv bei Steuerbetrug geholfen.

Und Sie bekommen von der europäischen Zentralbank Geld für ca. 0,5% geliehen und geben das als Dispozins für 12% oder 13% weiter – selbst wenn man davon etwa 1% als durchschnittliches Kreditverlustrisiko abziehen muss, das ist doch Wucher, oder?!

Allerdings ist der Gipfel an Unverschämtheit, dass sich diverse Banken in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes „verzockt“ hatten und das Vermögen der Aktionäre (nicht das Vermögen der Banken) durch den gemeinen Steuerzahler gerettet wurde.

Aber wie lässt schon Bertolt Brecht seinen Protagonisten Macki Messer in der „Dreigroschenoper“ fragen: „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Eröffnung einer Bank?“

Dies ist ein Gastbeitrag. Die Beiträge unserer Gäste sind uns heilig und werden niemals zensiert. Die Meinungen und Äußerungen müssen nicht immer mit denen der MMP|Group GmbH übereinstimmen.

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