Der Tod des Momentums

strich

Die meisten von uns werden das Szenario kennen: Man sitzt zusammen mit seinen besten Freunden. Es wird gegessen, getrunken, geredet und sehr viel gelacht. Doch es dauert meist nicht lange, bis die ersten ihr Smartphone zücken und ihre Freude in die weite Welt hinaus schreien wollen. Twitter und Facebook sind für diesen Zweck ganz hervorragend geeignete Instrumente.

“So jung kommen wir nie wieder zusammen!”

momentumDas Essen, der Wein, ein gestelltes Foto der ganzen Gruppe. Jeder Scheiß wird gepostet. Die Empfänger: Zu 100% Freunde, die aus mindestens einem guten Grund dieser geselligen Runde nicht beiwohnen können, wollen oder dürfen. Kurzum: Es interessiert im Grunde keine Sau, was für einen grandiosen Abend man selbst gerade verbringt. Schade ist nur, dass man sich damit selbst um den Genuss dieses einzigartigen Momentums bringt. Früher fand ich keinen Trinkspruch dämlicher als “So jung kommen wir nie wieder zusammen!”. Ich habe in letzter Zeit oft darüber nachgedacht. Er ist einfach aber wahr.

Zu diesem Thema habe ich ein tolles Video gefunden. Viele von euch werden sich oder Freunde darin wieder erkennen. Viel Spaß!

Website hundertprozent CO2 neutral mit Host Europestrich
strich
2 Kommentare auf “Der Tod des Momentums
  1. Burkinator sagt:

    Communicare necesse est! Jungs, wenn ihr spannendere Themen hätte und nicht immer “wie wird der HSV deutscher Meister ( nie ! ) oder der Audi 80 aus Süddeutschland ist schon wieder 290 Euro günstiger” rekapitulieren würdet, käme vermutlich keiner auf den Gedanken, sein Smartphones zu zücken :) ) und ich muss auch sagen, dass ich mich mitunter freue z.B. als Erinnerung ein über Smartphone aufgenommenes Bild von “einem Abend wie diesem” wo die Gläser kreisen und man sich mit ” so jung kommen … ” die Kehle ölt, ganz gerne habe. Außerdem, Freunden kann man doch auch mal sagen, dass es nervt, wenn ständig mit dem Dings gespielt wird. Sorry Leute muss Schluss machen, hab gerade zwei neue Whatsapp erhalten!

  2. Profilbild von J. U. J. U. sagt:

    Tja Norman,
    die ultra-coolen, super-toleranten und technik-affinen Mitmenschen werden wahrscheinlich sagen, dass deine Einstellung einfach nur retro ist und man den Lauf der Zeit nicht ändern kann. Ist natürlich Quatsch, denn das menschliche Handeln wird ja nicht automatisch durch neue technische Entwicklungen bestimmt, sondern dadurch, wie man damit umgeht.
    Ähnlich dem von dir angesprochem Verhalten, finde ich es auch sehr unangenehm, wenn man sich zu einer kleineren Gruppe verabredet und Gesprächspartner in diesem 2er – oder 3er-Gespräch automatisch ans Handy gehen, wenn das bimmelt. Wieso hat die Kommunikation über ein Handy per se eine höhere Wichtigkeit als die von Mensch zu Mensch?
    Auch unschön ist das Phubbing in einer Gesprächsrunde, aber bei einer ca. 20 minütigen Busfahrt neulich wurde ich fast schon nervös, als ich sah, wie eine jüngere Frau alle 30 Sekunden ihr Smartphone aus ihrer Handtasche holte, das Cover aufklappte und aufs Display schaute. Dazwischen plauderte sie unaufgeregt mit ihrer Freundin – schien also nichts Wichtiges zu sein, auf das sie eventuell wartete. Aber diese unheimliche Frequenz schien mir schon sehr deutlich in Richtung Zwangsverhalten/Sucht zu gehen.




Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Login
LETZTE KOMMENTARE