5 1/2 Fragen an Bene Pliquett

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Volker Ippig und Klaus Thomforde vergisst beim FC St. Pauli ganz sicher niemand so schnell. Doch unsterblich hat sich bei den Braun-Weißen nur ein Torwart gemacht: Benedikt Pliquett!

Er wird zwar nicht als Torhüter mit den meisten Einsätzen für den Kiezklub eingehen, dafür aber mit dem wichtigsten. Gemeint ist natürlich die Bundesligapartie am 16.02.2011 beim Stadtrivalen Hamburger SV.

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Der krasse Außenseiter gewinnt durch einen Treffer von Gerald Asamoah mit 0:1 im „Stadion an der Müllverbrennungsanlage“, wie man unter den St. Paulianern sagt. Trainer Holger Stanislawski hatte für diese spezielle Begegnung Stammkeeper Kessler gegen Pliquett ausgewechselt. Ein genialer Schachzug, wie sich herausstellen sollte. „Bene“ treibt Van Nistelrooy, Petric & Co. schier in den Wahnsinn, hält an dem Abend einfach alles.

Derbysieger!

Es folgt ein irrer Jubel-Lauf. Pfeil und Bogen Jubel vor den Augen von Mladen Petric, ein Tritt gegen die Eckfahne mit HSV-Raute. Freude und Genugtuung pur, nachdem man ihn 2003 nach drei Jahren beim Stadtrivalen vom Hof gejagt hatte. Doch seit diesem historischen Tag im Februar sind mittlerweile zweieinhalb Jahre vergangen.

Benedikt Pliquett hat seiner großen Liebe vorerst Tschüs gesagt und ist zum österreichischen Erstligisten Sturm Graz gewechselt. Wie es ihm dort geht, was er vermisst und ob er den Derbysieg heute anders erleben würde, versuche ich heute bei „5 1/2 Fragen an …“ herauszufinden.

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PIZZZARRO: Moin moin, Bene! Abgesehen von der Begrüßung und vom Dialekt: Was ist in Graz anders als in Hamburg?

BENE PLIQUETT: Das Wetter!!! Ist der absolute Wahnsinn, Sonne ohne Ende, deutlich wärmer, kaum Regen und kein Wind, letzteres war echt ungewohnt zu Beginn. Graz ist kleiner, das merkt man, aber total “kuschelig”. Man hat aber alles was man braucht und die Altstadt am Rande der Mur ist echt schön. Der Verein ist super strukturiert und bietet tolle Bedingungen.

PIZZZARRO: Du warst beim FC St. Pauli nicht nur Torwart und Fanliebling sondern Kultfigur. Hast dich sehr stark in der Fanszene engagiert und den Verein gelebt wie kaum ein zweiter Spieler. Ist dir das im Nachhinein zum Verhängnis geworden, was die eigene Karriere angeht? Hättest du teilweise mehr an dich als an den Verein denken müssen?

BENE PLIQUETT: Ach das weiß ich nicht… sicher war dem ein oder anderem im Verein meine Fannähe ein Dorn im Auge, aber das war mir immer egal! Wichtig ist mir nur, dass ich mir in all den Jahren treu geblieben bin. Und was für mich wirklich unglaublich ist, dass ich als Mensch so einen bleibenden Eindruck hinterlassen habe. Ich habe in all den Jahren immer an erster Stelle an das Wohl der Mannschaft gedacht und somit konnte ich damit leben, wenn ich mal nicht gespielt habe.

“…das waren reine Emotionen!”

PIZZZARRO: Der Derbysieg wird für alle Fans des FC St. Pauli für Immer und Ewig unvergessen bleiben. Jeder wird sich an deinen Jubellauf durch das Stadion und die Katakomben erinnern. Im Anschluss gab es aber auch kritische Stimmen, die den Jubel als etwas übertrieben empfanden. Würdest du heute besonnener agieren?

BENE PLIQUETT: Ich würde wahrscheinlich immer und immer wieder genau so reagieren, denn da war ja nichts gesteuert oder so, das waren reine Emotionen! Und da hatte sich über Jahre ja nun auch einiges angehäuft was raus musste (…lacht).

PIZZZARRO: Wenn du heute entscheiden müsstest: Stammkeeper beim FC St. Pauli oder zweiter Torwart beim FC Bayern München. Für welche Option würdest du dich bei gleichem Gehalt entscheiden?

BENE PLIQUETT: Hahahahahahahaha. FC St. Pauli!

“Wir waren wie eine teure Schweizer Uhr…”

PIZZZARRO: In der Aufstiegs-Saison 2009/10 wart ihr ein verschworener Haufen. Auch wenn es unfair ist, eine Person besonders hervorzuheben: Welcher Spieler war der Garant für den Aufstieg?

BENE PLIQUETT: Niemand war der Garant! Und genau das war unsere Stärke. Wir waren wie eine teure Schweizer Uhr, bei der alle Zahnräder unglaublich miteinander harmoniert haben. Taktisch, spielerisch, menschlich… einfach alles.

PIZZZARRO: Bitte vervollständige folgenden Satz:
Wenn ich nicht Fußball-Profi geworden wäre,…

BENE PLIQUETT: …würde ich auch gut klarkommen und ein “normales” anonymes Leben führen, was mir ab und an echt fehlt, trotz all der Vorzüge.

PIZZZARRO: Vielen Dank für das unterhaltsame Interview und weiterhin viel Erfolg für deine sportliche Laufbahn!

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Benedikt Pliquett engagiert sich für diverse soziale Projekte, auf die ich an dieser Stelle sehr gerne hinweisen möchte:

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KVSTPAULI-LOGO

Klinik Clowns
Jugendwohngruppe Sasel
Kulturverwaltung Sankt Pauli

Website hundertprozent CO2 neutral mit Host Europestrich
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2 Kommentare auf “5 1/2 Fragen an Bene Pliquett
  1. Sanny sagt:

    Ich freu mich für Dich, Bene. Bleib wie Du bist – genau richtig!

  2. Mike sagt:

    Genau so jemanden wie dich braucht ein traditionsverein wie sturm graz! Du tust uns gut :) danke bene!!




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